Was ist Selbsthilfe?
 
Selbsthilfe und Selbstorganisation gehören in unserer Gesellschaft zu den traditionellen Bewältigungsformen von Krankheit, Behinderung und psychosozialen Problemen.
 

Etwa 3,5 Millionen Menschen sind in 70.000 bis 100.000 Selbsthilfegruppen in Deutschland aktiv.

Selbsthilfeaktivitäten kann man nach individueller und gemeinschaftlicher Selbsthilfe unterscheiden. Individuelle Selbsthilfe ist beispielsweise die selbständige und verantwortliche Einnahme von Medikamenten oder die Anwendung bewährter Hausmittel ohne Hinzuziehung von ärztlicher Hilfe. Darüber hinaus ist aber auch die aktive Verringerung krankheitsfördernden Verhaltens gemeint, z.B. von übertriebener Schonung hin bis zu einem förderlichen Gesundheitsverhalten wie angemessene körperliche Aktivitäten.

Bei der gemeinschaftlichen Selbsthilfe schließen sich Menschen mit gleichen Problemen außerhalb ihrer Familie zusammen, um sich gegenseitig zu helfen. Die überwiegende Mehrheit der Selbsthilfegruppen gibt es rund um die Themen Erkrankung und Behinderung. Selbsthilfegruppen für Schmerzpatienten haben u. a. die Bewältigung der körperlichen, psychischen und sozialen Probleme im Rahmen ihrer Erkrankung zum Ziel.

Für alle Selbsthilfegruppen gilt das Teilen des gemeinsamen Schicksals in der Gruppe. Es ermöglicht den Gruppenmitgliedern eine besondere Form von Verständnis, wechselseitiger Unterstützung und Solidarität. Die gemeinsame Betroffenheit ist es, die oftmals motiviert, in der eigenen Sache aktiv zu werden: "Endlich bin ich nicht mehr allein, es gibt noch andere, denen es genauso geht wie mir.“   
  




Was leisten Selbsthilfegruppen, und was können sie nicht?

Selbsthilfegruppen haben im Gesundheits- und Sozialbereich wichtige Aufgaben übernommen und sind aus dem sozialen Netzwerk nicht mehr wegzudenken. 

Diese gemeinschaftliche Selbsthilfe findet innerhalb selbst organisierter, eigenverantwortlicher Gruppen statt, in denen sich Betroffene einschließlich ihrer Angehörigen zusammenschließen. Die Aktivitäten richten sich auf die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten bzw. Behinderungen und/oder psychischen Problemen durch Gespräche mit gegenseitiger Hilfestellung. Somit kann die Veränderung persönlicher Lebensumstände verbessert werden.
 Darüber hinaus vertreten Selbsthilfegruppen in unterschiedlichem Grad die Interessen ihrer Mitglieder nach außen. Das reicht von Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit über die Unterstützung von Forschungsprojekten bis hin zur politischen Interessenvertretung. Selbsthilfegruppen ersetzen keine medizinische Behandlung, können diese aber sinnvoll ergänzen. Sie stärken die Eigenkompetenz der Betroffenen.